Melting Arctic

Exponentielle Entwicklung, Methan und Abrupter Klimawandel

(Methane’s Rise (2000 – 2015), von Sam Carana auf: http://arctic-news.blogspot.com/p/methane.html)

Um zu verstehen, dass wir mitten im Abrupten Klimawandel stecken, brauchen wir nur zwei Komponenten zu begreifen. Das eine sind Exponentielle Entwicklungen, das andere sind Selbstverstärkende Feedback-Kreisläufe. Letztere werden auch Teufelskreisläufe genannt. Feedback-Mechanismen befeuern Exponentielle Prozesse. Allein die Rückkopplung der Freisetzung von Methan, einem sehr potenten Treibhausgas, lässt erahnen, dass uns die Erderwärmung davon rennt.

Exponentielle Entwicklung

Es liegt in der Natur der Sache, dass exponentielle Entwicklungen unterschätzt werden, bis sie zuletzt in eine steile Anstiegs-Phase übergehen. Vorher verläuft eine solche Kurve noch deutlich unterhalb einer linearen Entwicklung. Z.B. war auf diese Weise in den 1960er Jahren noch kaum etwas von einer Staatsverschuldung in Deutschland sichtbar. Aus dieser Perspektive hätte niemand gedacht, wie sich Vermögen und Schulden inzwischen aufgetürmt haben.

Das Beispiel der Flasche von Al Bartlett veranschaulicht, wie eine exponentielle Entwicklung, erst wahrgenommen wird, wenn es schon zu spät ist.

Methan

Sam Carana bezieht die Grafik oben in seine Analyse von 2016 mit ein. Basierend auf Daten etlicher seriöser Quellen, ist eine exponentielle Freisetzung von Methan eindeutig unterwegs. Guy McPherson (Climate-Change Summary and Update, Stand 07.05.15)

Selbstverstärkende Feedback Kreisläufe

Hier haben wir einen solchen Kreislauf: Durch die Erwärmung der Arktischen See wird zunehmend Methan aus Methan-Hydraten freigesetzt. Methan hat eine bis zu 100fache Treibhauswirkung von Kohlendioxid. Es kommt zu einer weiteren Erwärmung usw. Wenn wir bei einer selbstverstärkenden exponentiellen Steigerung schon in der steilen Phase sind, ist es mehr als unwahrscheinlich, dass dieser Prozess noch aufzuhalten ist.

(Sam Carana at arctic-news.blogspot.com/p/feedbacks.html)

Auch die Aussagen von Dr. Natalia Shakhova und Dr. Igor Semiletov zeigen, dass die Freisetzung von Methan aus Sedimenten im Sibirischen Arktischen Shelf nicht mehr aufzuhalten ist.

Folgerung: Abrupter Klimawandel

Es gibt zig solcher klimarelevanten Teufelskreise. Es reicht aber schon die Methan-Freisetzung, um zu erkennen, dass wir eindeutig mitten in einem Abrupten Klimawandel sind. Die Entwicklung führt schon jetzt zu einer Destabilisierung des Klimas auf der ganzen Welt. Das wird nun Jahr für Jahr massiv zunehmen. Starkwetter-Ereignisse werden immer größere Rekorde aufstellen.

Quellen

Previous

FTE28 ~ Dog Walk ~ Further Global Heating Very Soon

Next

FTE29 ~ Dog Walk ~ positive death vision

5 Comments

  1. Dirk

    Hallo!
    Bei den Graphen oben (Methane’s Rise (2000 – 2015), von Sam Carana) wird der Methangehalt aber nicht durch eine exponentielle Kurve modelliert, sondern durch eine ganzrationale Funktion vom Grad 4 und das Wachstum dementsprechend (1. Ableitung) durch eine Funktion dritten Grades. Welche Hinweise gibt es denn nun, dass der Methangehalt in der Atmosphäre exponentiell ansteigt?

    • Wolfgang

      Hallo Dirk, da bin ich mathematisch nicht genug bewandert, um zu antworten. In meinem laienhaften Verständnis handelt es ich bei den Polynomfunktionen um Exponentialfunktionen. Wikipedia: “Eine ganzrationale Funktion oder Polynomfunktion ist in der Mathematik eine Funktion, die als Summe von Potenzfunktionen mit natürlichen Exponenten beschrieben werden kann.”
      Sam Carana versucht nun für das vorhandene Datenmaterial die Regressionskurve zu finden, die am besten passt.
      Nach Details müsste man ihn direkt fragen:
      https://samcarana.blogspot.com/p/contact.html

      • Dirk

        Hallo Wolfgang!
        Danke für deine Antwort. Ich kam auf deine Seite, weil ich Beispiele für Exponentialfunktionen gesucht hatte.
        Zwischen Polynomfunktionen (z.B. f(x)=4x⁴+2x³-2) und Exponentialfunktionen (z.B. f(x)=3ˣ+2) besteht schon ein grundlegender Unterschied. Bei der Exponentialfunktionen ist die Variable im Exponenten (also in der Potenz), bei den Polynomfunktionen wird die Variable hoch eine Zahl genommen.
        Exponentialfunktionen wachsen viel schneller als Polynomfunktionen. Der Clou bei den Exponentialfunktionen ist, dass deren Wachstum auch exponentiell ist.

      • Wolfgang

        Danke, Dirk für die Klärung.
        Wenn ich im Internet nach Bildern von Polynomfunktionen-Funktionen suche, kann ich dort immer wieder Phasen von beschleunigtem Wachstum entdecken, bis zu nächsten Wendepunkt.
        Die Erderwärmung wird ja auch nicht bis ins Unendliche wachsen.

  2. Dirk

    Das stimmt! Hoffentlich kriegen wir diese Katastrophe noch abgewendet! Deine Seite trägt ja in diesem Sinne zur Aufklärung und Information bei. Zu viele Menschen haben leider den Ernst der Lage noch nicht erkannt.
    Vielen Dank für deine Arbeit und herzliche Grüße

Leave a Reply

Powered by WordPress & Theme by Anders Norén