Love the Life you Live, Live the Life you Love.

(Bob Marley)

Lebe was du liebst

Die härteste Nachricht ist, dass wir den abrupten Klimawandel und das baldigen Aussterben der menschlichen Spezies nicht mehr aufhalten oder verhindern können. Das mögen wir gar nicht. Das geht uns bei der Illusion unserer Trennung von den natürlichen Grundlagen (Atmen, Trinken, Essen, Verbindung mit allen Lebewesen) nicht in den Kopf. Gleichzeitig können wir es nun auch nicht mehr falsch machen. Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen. Wir können es noch ein bisschen besser oder ein bisschen schlechter machen. Unseren sieben-milliardensten Teil können wir beitragen. Vom Vorsatz, die Welt zu retten, sind wir entlassen. Manche, die sich mit diesem Thema beschäftigen, fühlen sich entlastet oder befreit; befreit von den gesellschaftlichen Ansprüchen, befreit vom Streben nach Sicherheiten. Was ist mir denn wirklich wichtig in meinem Leben, wenn ich erkenne, dass meine Lebenszeit begrenzt ist? Diese Befreiung im Angesicht des Grauens ist eine der Paradoxien, die einem beim Beschäftigen mit dem Aussterben der Menschheit begegnen. Ich glaube, der Schlüssel ist Loslassen.

Hier und Jetzt

Was bleibt, ist die Gegenwart, da wo das Leben stattfindet. Die Fülle des Lebens findet nicht irgendwann in einem fernen Paradies statt, sondern hier und jetzt, direkt vor unseren Augen. Leben, inklusive menschliches Leben, ist ein Geschenk. Lasst uns leben als ob wir dieses Geschenk würdigen. Lasst uns leben, als ob wir die anderen würdigen in unseren Leben, menschlichen und sonstigen. (Guy McPherson, in Extinction Dialogs, eigene Übersetzung) Hier sind spirituelle Fragen – nach Sinn und Zweck – angesprochen. Wenn dieser Wahnsinn für mich irgendeinen Sinn machen soll, dann ist es die Herausforderung, mit aller Hingabe, Liebe und Mitgefühl das verbleibende Leben zu leben.

Hopium-free

Hopium ist die Droge nach der wir süchtig sind. Es ist das Verlangen, dass unsere Probleme von anderen gelöst werden, statt von uns selber. Deshalb wählen wir weiterhin Politiker, obwohl wir wissen, dass sie ihre Versprechen nicht halten werden. Aber uns selbst finden wir zu ängstlich, die vielversprechende Zukunft des nie-endenden Wachstums auf einem begrenzten Planeten aufzugeben. (Guy McPherson, in Extinction Dialogs, eigene Übersetzung) Hopium ist äußerst hinderlich, dem eigenen Sterben und dem unserer liebsten klar ins Auge zu schauen. Damit nehmen wir uns die Möglichkeit im Trauerprozess in die Tiefen unserer Seele zu blicken, um unser Aktzeptanz des ohnehin Unausweichlichen eine Chance zu geben. Gleichzeitig vernebeln wir unseren Blick auf die Freude, die ebenso – bei klarem Geist – nun ungeschminkt zu Tage treten kann. Denn wir leben. Um sich bei der Auseinandersetzung mit der ungeschminkten Wahrheit des baldigen Aussterbens gegenseitig zu unterstützen, hat sich bei Facebook eine Gruppe gegründet: Near Term Human Extinction SUPPORT Group. Einer der Grundsätze, die sich diese Gruppe gegeben hat, ist dass weitgehend „hopium-free“ bleiben soll. Hopelessness is my spritual practice (Hoffnungslosigkeit ist meine spirituelle Praxis), ist ein Zitat, dass ich in einem Internet-Radio Beitrag von Carolyn Baker aufgeschnappt habe. Dies ist eine gute Zusammenfassung und ein Schlusswort.

Links

Aussterben der Menschheit: Teil 4

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